Die Richtlinien der Krankenkassen (verkürzt)

Der Zugang zur Psychotherapie wird von einigen Kassen erleichtert, für Versicherte der meisten gesetzlichen Krankenkassen ist der Zugang zur Psychotherapie durch die neuen Richtlinien (ab April 2017) erschwert worden.

Versicherte der DAK und der TK

Versicherte der DAK und der TK haben ohne viele Formalien durch entsprechende Verträge mit den Kassen leicht Zugang zur individuellen therapeutischen Versorgung.

Versicherte der AOK Baden-Württemberg

Versicherte, die am Hausarzt-Modell der AOK teilnehmen, können durch ergänzende Teilnahme am Facharzt-Vertrag leichten Zugang zur bedarfsorientierten therapeutischen Versorgung erhalten.

Versicherte der anderen gesetzlichen Krankenkassen

Versicherte der anderen gesetzlichen Krankenkassen und Versicherte der AOK, die nicht am Hausarztvertrag bzw. Facharztvertrag teilnehmen, können in einem Sprechstunden-Termin durch den Psychotherapeuten abklären lassen, ob eine krankheitswertige Störung vorliegt, für die Psychotherapie indiziert ist. Eine Überweisung vom Hausarzt oder Facharzt ist nicht ausreichend.

Wird eine Notwendigkeit zur ambulanten Psychotherapie festgestellt, kann eine Akutbehandlung von 12 Terminen aufgenommen werden oder nach 2 weiteren Abklärungsterminen eine Kurzzeittherapie von 12 Terminen eingeleitet werden (antragspflichtig). In der Akutbehandlung soll auf das aktuelle Geschehen eingegangen werden, sie ist keine eigentliche Psychotherapie. Im Anschluß an die Akutbehandlung oder die 12 Stunden Kurzzeittherapie kann eine (weitere) 12 Stunden Kurzzeittherapie erfolgen.

Der Psychotherapeut ist verpflichtet innerhalb dieser Richtlinien zu arbeiten, auch wenn sie dem Einzelfall nicht hinreichend gerecht werden.

Die privaten Krankenkassen

Die Voraussetzungen zur Kostenübernahme durch die privaten Krankenkassen ist unterschiedlich. Manche Versicherungen machen den Zugang leicht, andere fordern ein aufwändiges Gutachterverfahren.